Suizid

Die Statistik in Deutschland sagt, dass sich alle 45 Minuten ein Mensch selbst tötet, alle 5 Minuten versucht sich jemand das Leben zu nehmen. Die Dunkelziffer ist unbekannt und liegt nach Schätzungen deutlich höher.

Eine Selbsttötung ist die am stärksten tabuisierte Todesursache in unserer Gesellschaft. Aufgrund dessen stehen Angehörigen und Freunde nach dem Suizid einer nahestehenden Person häufig mit ihrer Trauer alleine da. Der Schock über den plötzlichen, oft nicht vorhersehbaren Tod ist groß und wandelt sich schnell in Fassungslosigkeit, Trauer vielleicht sogar Wut um. Sie sind mit einer der denkbar schwersten Lebenskrise konfrontiert  und verbunden mit der immer wiederkehrenden Frage „Warum?” spielen auch Schuldgefühle in diesem Trauerprozess eine entscheidende und belastende Rolle.

Besonders schwer fällt es Erwachsenen, den Kindern die Wahrheit über den Suizid des geliebten Menschen zu erklären. Kinder und Jugendliche sind aber auf diese Informationen der  Eltern oder Freunde angewiesen. Das Unfassbare und der Schock lässt uns Erwachsene oft sprachlos und hilflos werden, es kommt zu „Verschönerungen”  oder Umschreibungen der Todesart und den Kindern wird zum Schutz die Wahrheit verschwiegen.

Gemeinsam mit den betroffenen Familien möchten wir dieses Tabu brechen. Wir stehen Ihnen unterstützend zur Seite, wenn sie mit Ihren Kindern über Suizid, die Gründe und Konsequenzen, ihre gemeinsame Trauer und vielleicht auch über Wut und Schuldgefühle sprechen möchte. Es ist wichtig und entscheidend für ihren Trauerprozess und die Verarbeitung des Verlustes. Sie können im Fall eines Suizids in ihrem Umfeld gerne Kontakt zu uns aufnehmen. Gemeinsam finden wir einen Weg über das zu sprechen, worüber sonst geschwiegen wird.


Suizid nimmt in unserer Gesellschaft seit jeher einen großen, wenn auch tabuisierten Raum ein und besonders Jugendliche und junge Erwachsene sind eine gefährdete Gruppe. Deswegen begleiten wir neben betroffenen Familien gerne auch präventiv Jugendgruppen, Schulklassen oder/und den Freundeskreis eines Verstorbenen. Die Trauer nach einem Suizid ist sehr speziell und schwer zu handhaben. Es kommen viele verschiedene Gefühle zusammen, oftmals sind sie schwer zu unterscheiden. Gerade Jugendliche in der Pubertät sind häufig nicht der in der Lage, dieser überwältigenden Flut an Emotionen alleine Herr zu werden, fühlen sich überfordert, schuldig, vielleicht sogar animiert, es dem Verstorbenen nachzumachen.  Darum ist es besonders wichtig, dass die Jugendlichen in dieser Zeit von Menschen begleitet werden, mit denen sie offen über das Thema „Freitod”, ihre Gefühle, Gedanken und ihre Trauer reden können.

Wir haben altersentsprechende Konzepte entwickelt, die es uns erlauben, dieses spezielle Thema  gemeinsam mit den Schülern zu erarbeiten. Zusätzlich bieten wir aber auch Fortbildungen für Lehrpersonal an und unterstützen Sie selbstverständlich  schnell und individuell im Akutfall. Bitte nehmen Sie diesbezüglich Kontakt zu uns auf.